Effektiver Jahreszins

Der effektive Jahreszins (oder auch kurz: Effektivzins) ist eine Kennzahl, welche die jährlichen Gesamtkosten eines Kredits, bezogen auf die gesamte Kreditsumme und die vollständige Laufzeit des Darlehens, angibt. Im Prinzip sollen Verbraucher mit einem Blick auf den effektiven Jahreszins sofort erkennen, welche jährlichen Kosten im Rahmen einer Finanzierung auf sie zukommen. Und auch die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Kreditangebote soll durch den Effektivzins erleichtert werden.

Mit den Finanzrechnern auf dieser Seite lässt sich der effektive Jahreszins einfach bestimmen!

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Mit dem Kreditvergleich sowie dem Baufinanzierungsvergleich können Sie zudem die Effektivzinssätze unterschiedlicher Anbieter für Raten- und Immobilienkredite vergleichen.

Sollzins und Effektiver Jahreszins

finanzwissen

Um die Bedeutung des effektiven Jahreszinses besser zu verstehen, bietet es sich an, diesen gemeinsam mit dem sogenannten Nominalzins oder Sollzins zu betrachten. Was also bedeutet der Begriff "Nominalzinssatz" und wo genau liegt nun der Unterschied zum Effektivzins?

Der Nominalzinssatz bezeichnet quasi die "Zinskosten" oder die "Entschädigung", welche Bank für den Kredit verlangt und wird als Prozentsatz auf die Kreditsumme angegeben: Wenn Sie sich 1000 Euro leihen und nach genau einem Jahr der Bank 1050 Euro zurückgeben beträgt sowohl der Nominal- als auch der Effektivzinssatz 5%. In diesem Fall gibt es also keinen Unterschied zwischen Nominal- und Effektivzins.

Üblich ist nun aber, den Kreditbetrag nicht in einer Summe, sondern in monatlichen Raten zurück zu zahlen. Teilen wir den Nominalzinssatz von 5% durch 12 Monate ergibt sich ein monatlicher relativer Nominalzinssatz von 0,417%, mit dem die Restschuld am Ende jeder Periode zu verzinsen ist.

Effektiver Jahreszins und Zinseszins

Diese eigentlich simple Rechnung lässt nun aber die Zinseszinsen auf die von uns geleisteten Zahlungen vollständig außer Acht. Berücksichtigt man die Zinseszinsen zahlen wir der Bank auf das Jahr gesehen nämlich tatsächlich etwas mehr als die vereinbarten 5% Zinsen. Da die erste Zinszahlung bereits nach einem Monat erfolgt, erhält die Bank ihr Geld in 11 von 12 Fällen quasi "zu früh" und kann es bis zum Jahresende zum selben Zinssatz gewinnbringend verleihen. Uns wiederum entgeht dieser Gewinn aus dem Zinseszinseffekt. Bei einem monatlichen Periodenzinssatz von 0,417% im obigen Beispiel beträgt der Nominalzinssatz im Jahr 5%. Der effektive Jahreszinssatz hingegen berücksichtigt den Zinseszinseffekt sowie die genauen Zeitpunkte der Zinszahlungen und beträgt bereits ca. 5,12%.

Gebühren und sonstige Kosten

Der zweite wichtige Unterschied zwischen Effektivzins und Sollzins bezieht sich auf die Abbildung der Gebühren und sonstigen Kosten eines Darlehens. Während der Sollzins lediglich die reinen Zinskosten widerspiegelt, bezieht der effektive Jahreszins auch weitere, zusätzlich anfallende Gebühren und Kosten mit ein.

Dazu wieder ein Beispiel:
Sie leihen sich 1000 Euro von der Bank und zahlen am Jahresende den Kredit sowie die Zinsen in einer Summe von 1050 Euro zurück. Zusätzlich erhebt die Bank jedoch eine Gebühr von 10 Euro und zieht diese direkt bei der Auszahlung des Kredits ab: Sie erhalten tatsächlich also nur 990 Euro.

Der Sollzins des Kredits beträgt nach wie vor 5% Zinsen p.a., bezogen auf den Nennbetrag von 1000 Euro. Der effektive Jahreszinsunter Berücksichtigung der gezahlten Gebühren beträgt jedoch stolze 6,06%.

Fazit:

Entscheidend beim Vergleich unterschiedlicher Kreditangebote sowie bei der genauen Berechnung der Kreditkosten ist der effektive Jahreszins. Dieser muss von der Bank errechnet und dem Kreditnehmer vor der Kreditvergabe mitgeteilt werden.

Aber Vorsicht: Zwar spiegelt der effektive Jahreszins im Normalfall alle relevanten Kosten wider, bezieht aber nicht immer eine vom Kreditnehmer abgeschlossene Restschuldversicherung mit ein. Da eine solche Versicherung einen Kredit deutlich verteuern kann, sollte sie bei der Berechnung der Kreditkosten unbedingt berücksichtigt werden.

Tipp: In unserem Kreditrechner können Sie eine Restschuldversicherung durch das Feld "Gebühren/Kosten" berücksichtigen und so den Effektivzins für ihr Darlehen zzgl. der Versicherungskosten berechnen.

Bildnachweis "Euro / Rechner": Tony Hegewald / pixelio.de